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Aktuelles 2013

Presseberichte 21.10.2013 aus der WAZ Gladbeck

Frühförderinitiative feiert 20. Geburtstag



Gladbeck. Der Start verlief eher holprig. Als im Jahre 1993 sieben Elternpaare beschlossen, die Förderung ihrer Kinder mit Entwicklungsdefiziten bzw. Behinderungen in die eigenen Hände zu nehmen, mussten sie sich das Recht auf eine Frühförderstelle in Eigenregie erst vor dem Verwaltungsgericht erstreiten. 20 Jahre später beschäftigt die Frühförderinitiative Gladbeck e. V., zehn Mitarbeiterinnen und betreut aktuell mehr als 100 Kinder vom Säuglingsalter bis zur Einschulung. Die eigenen Kinder sind längst erwachsen, aber die Gründungsväter bilden (mit einer Ausnahme) noch immer den Vereinsvorstand.

Motopädinnen, Heilpädagoginnen und Logopädinnen, die sich regelmäßig weiterbilden, arbeiten mit den Kindern in der Einrichtung an der Luisenstraße bzw. zu Hause, immer in enger Kooperation mit Ärzten, anderen Therapeuten, mit Kindertagesstätten und natürlich mit den Eltern. „Wir verfolgen einen ganzheitlichen therapeutischen Ansatz“, erklärt Einrichtungsleiterin Annette Hrosny. „Und alles wird abgesprochen, damit alle Beteiligten zum Wohl des Kindes an einem Strang ziehen.“

Im Laufe der 20 Jahre seines Bestehens hat sich der Verein ein paar Standbeine zusätzlich aufgebaut. Unter einem Dach mit der Frühförderstelle gibt es mittlerweile die logopädische Praxis „Sprachschatz“. Und weil es von Anfang an die Intention gab, auch Hilfsangebote für ältere Kinder vorzuhalten, wurde 2010 die „Gemeinnützige Jugendhilfe“ ins Leben gerufen, die sieben jungen Menschen zwischen sieben und 14 Jahren, die nicht bei ihren Eltern leben können, ein gemeinsames Zuhause bieten, begleitet und betreut von einem multiprofessionellen Team. Siegfried Schmitz leitet die „Gemeinnützige Jugendhilfe“. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Frühförderinitiative und ist Vorsitzender des Vereins. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen schmiedet er gerade weitere Pläne: „Wir platzen hier aus allen Nähten. Die 150 qm reichen einfach nicht mehr aus.“ Der Verein möchte einen Neubau errichten und steht deshalb derzeit in Verhandlungen mit der Stadt. Und am neuen Standort möchten Schmitz und seine Mitstreiter – wenn denn der Landschaftsverband und der Paritätische Wohlfahrtsverband als Kostenträger grünes Licht geben und der Verein selbst bei seiner knappen Finanzdecke den Eigenanteil stemmen kann – ein viertes Standbein realisieren: ambulant betreutes Wohnen für junge Erwachsene mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen.

Elke Hautmann (WAZ Gladbeck)